Dekorationsbild: Kursleiterin mit Teilnehmern, Gebäude einer Volkshochschule
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Das unzufriedene Volk: Protest und Ressentiment in Ostdeutschland von der
friedlichen Revolution bis heute

Ostdeutsche stilisieren sich im öffentlichen Diskurs gern als Opfer der deutschen Einheit. Tatsächlich haben sie sich aber von der friedlichen Revolution bis heute als mächtiger politischer Akteur erwiesen. So ging im revolutionären Umbruch von 1989 die Dynamik nicht von der kleinen Schar der Bürgerrechtler und Bürgerrechtlerinnen aus, sondern von der Bevölkerung. Und heute beherrscht die ostdeutsche Bevölkerung durch ihr Wahlverhalten und nicht zuletzt durch ihren Opferdiskurs die öffentlichen Debatten. Am ostdeutschen Protestverhalten lässt sich begreifen, wie sich eine Bevölkerung zum Volk konstituiert - unter den Bedingungen einer Diktatur - und wie in der Demokratie die kollektive Selbstermächtigung zum Ressentiment verkommt.
Die Himmelsscheibe von Nebra zählt als älteste bekannte konkrete Himmelsdarstellung der Welt zu den wichtigsten archäologischen Funden des letzten Jahrhunderts. Vor etwa 3600 Jahren am Mittelberg bei Nebra im südlichen Sachsen-Anhalt vergraben, erlebte sie zuvor mehrere Veränderungen ihres Bildprogramms und ihrer Bedeutung. Ihre Erforschung ermöglicht uns viele Erkenntnisse über die religiösen Vorstellungen, aber auch die politische Organisation in der frühen Bronzezeit. Nicht zuletzt verweist sie auf die intensive Vernetzung der frühbronzezeitlichen Eliten in Europa und bis in den Vorderen Orient.
Die Bilder haben die Welt gerührt und erschüttert: Friedliche Demonstrant*innen in Belarus trotzten dem brutalen Regime - immer und immer wieder.
Wie kam es zu der Revolte und welche Rolle haben die Frauen dabei? Diese Fragen diskutieren Alice Bota und Ljubow Kaspjarowitsch. Alice Bota ist Autorin und Journalistin. Derzeit berichtet sie als Auslandskorrespondentin aus Moskau für DIE ZEIT. Ljubow Kaspjarowitsch ist eine belarussische Journalistin aus Minsk. Im Mai 2021 wurde sie verhaftet und zu 15 Tage Haft verurteilt.
Weltbürgerlichkeit – oder Kosmopolitismus – ist eine Haltung der Weltoffenheit, die seit der Aufklärung mehrfach einflussreich wurde, auf Widerstand stieß und wieder abflaute. Befinden wir uns heute nach dem Abklingen der Euphorie über "Globalisierung" und den Erfahrungen der Pandemie erneut in einer Phase des Anti-Kosmopolitismus? Der Vortrag beleuchtet die historischen Voraussetzungen zur Beantwortung dieser Frage.
In der Hochphase des Neoliberalismus galt die Globalisierung als unvermeidlich und die umverteilende Demokratie als überholt. Wachsender Wohlstand für alle war das Versprechen – auch der EU. Wachsende Unfähigkeit, die kapitalistische Ungleichheitsmaschine zu bändigen, ist aber das Ergebnis. Soll es mit dem Umbau des Staatensystems weitergehen wie gehabt, das heißt in Richtung einer noch stärkeren überstaatlichen Zentralisierung? Oder wäre der Weg in eine moderne, auf friedliche Kooperation ausgerichtete »Kleinstaaterei« die bessere Lösung? Diese Fragen diskutieren Wolfang Streeck und Peter Gauweiler
Stefan Zweig - der große Visionär eines geeinten Europas, der Pazifist und Weltbürger, zählt mit seinem
Gesamtwerk zu einer der wichtigsten literarischen Stimme des beginnenden 20. Jahrhunderts. In seiner
autobiographischen Erinnerung Die Welt von Gestern erzählt er kongenial die „Geschichte seiner eigenen
Generation: von seiner Kindheit und Jugend in Wien über die Zeit des Ersten Weltkriegs bis hin zu den
1930er Jahren, in denen sich der Schatten des Faschismus über Europa legt.“ (Reclam)
"Unter dem Eindruck der vergangenen Monate, in denen wir uns einmal mehr mit Antisemitismus und
Rassismus, Hetze und Hass in unserer Gesellschaft konfrontiert sahen, gelangte ich zur Überzeugung,
meine bereits seit Jahren anhaltenden Beschäftigung mit Leben und Werk Stefan Zweigs mit einer
abendfüllenden Lesung aus diesem, wohl seinem wichtigsten Werk für unsere Gegenwart, zu vertiefen:
Die Welt von Gestern.
Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mich auf dieser literarischen Reise begleiten und ich Sie neugierig
machen darf, dieses wichtige Werk des frühen 20. Jahrhunderts neu zu entdecken."
Michael Stacheder

Die Veranstaltung ist für Schüler*innen kostenlos!
Die Lebensgeschichte des Münchners Kurt Landauer (1884-1961) ist in mehreren Büchern festgehalten und auch verfilmt worden.
Er war der legendäre Präsident des FC Bayern und gehörte zu den wenigen im Nationalsozialismus als Juden Verfolgten, die sich nach der Schoa entschieden, aus der Emigration in die Heimat zurückzukehren.
Jetzt ist der sensationelle Nachlass von Kurt Landauer und seiner Ehefrau Maria Baumann (1899-1971) zugänglich und eröffnet unbekannte Einsichten in die Familiengeschichte Landauers in der Vorkriegszeit, Landauers Emigration in die Schweiz und die Nachkriegsgeschichte in München.
Im Gespräch geben die beiden Herausgeberinnen Jutta Fleckenstein und Rachel Salamander Einblicke in den nun veröffentlichten Briefwechsel mit Maria Baumann und den bisher unbekannten Lebensbericht Kurt Landauers.
Kinder singen und tanzen, sie malen Bilder und erzählen Geschichten – und sie tun dies freiwillig, mit großer Ernsthaftigkeit und mit Freude. Als Erwachsene führen sie ihre Spiele dann oft fort. Und wenn sie einem Publikum gefallen und vor der Kritik bestehen, nennen wir sie Kunst. All dies ist so vertraut, dass man leicht übersieht, wie ungewöhnlich dieses Verhalten aus biologischer Sicht ist. Wann und warum sind die künstlerischen Talente und Interessen in der Evolution entstanden? Haben sie einen direkten Nutzen für das Überleben oder entstanden sie als entbehrlicher Nebeneffekt? Sind es kulturelle Erfindungen oder reine Lusttechnologien? Und was bedeutet dies für die Zukunft der Kunst? Denn Evolution ist Wandel: Verhaltensweisen entstehen, verändern sich und können wieder verschwinden. Der Vortrag wird schildern, was sich aus Sicht der Evolutionsbiologie zur Entstehung der Kunst sagen lässt und eine mögliche Erklärung vorstellen.

freie Plätze Filmabend: Die Slawen

( ab Fr., 24.6., 19.00 Uhr )

Vor 1.300 Jahren ist der Osten des heutigen Deutschlands zwischen Elbe und Oder fast menschenleer. Doch dann betreten Fremde aus dem Osten, Slawen, das fruchtbare Land. Sie lassen sich im 7. Jahrhundert nach Christus nieder. Wer war dieses Volk, das überall in Ost- und Süd-Europa Spuren hinterließ? Dieser Film erzählt nicht die Geschichte von Königen und Fürsten, sondern von Bauern, Handwerkern und Dorfbewohnern. Über mehrere Generationen begleiten wir den Anführer einer Sippe und seine Familie, sowie den Heiler des Dorfes und dessen Sohn. So wird die Geschichte eines ganzen Volkes erlebbar nacherzählt am Beispiel einer Handvoll Menschen.
Pressezitate:
"Schön gemacht ... sehr unterhaltsam und sehenswert." (Kommentar auf asatru-forum.de) "... opulente Produktion ... emotional und in großen Bildern." (rbb-online.de)
Bitte ANMELDEN bei der VHS Geretsried: 08171 - 529144
In Bayern finden sich zahlreiche glanzvolle Bauten der architektonischen Moderne. Überall im Land entstanden in den 1920er und 1930er Jahren Wohnsiedlungen, Postbauten, Krankenhäuser, öffentliche Gebäude und Kirchen in neuem Stil. Das im Mai 2021 erschienene Buch „Bauhaus in Bayern“ mit Texten von Kaija Voss und Fotografien von Jean Molitor ist die erste Gesamtschau der vom Bauhaus inspirierten Architektur in Bayern. 60 architektonische Meisterwerke werden in schwarz-weiß Aufnahmen präsentiert, darunter auch mehrere Objekte aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Adressen der beschriebenen Objekte machen das Buch zum Reisebegleiter durch die bayerische Moderne der 1920/30er Jahre.

Frau Dr. Voss bietet die Möglichkeit am Vortragsabend ihre Bücher zum Thema Bauhaus u.a. zu erwerben.

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Januar 2022
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Unsere aktuellen Topkurse

freie Plätze "Die Welt von Gestern"- Lesung aus den Erinnerungen von Stefan Zweig
ab 29.04.2022, Stadtbücherei Geretsried, Ad. - Stifter - Str. 13

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Volkshochschule Geretsried

Adalbert-Stifter-Str. 13
82538 Geretsried

Tel  08171 529 144
Fax 08171 904 95
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